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Das Fotoalbum Edmund von Schumachers aus dem Kongo

Wie kommt ein Album mit 90 Amateurfotografien aus dem Kongo in die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern? Von wann datiert es, und unter welchen Umständen ist es entstanden? Was zeigen die Bilder, und was verschweigen sie? Ich bin den Spuren eines Luzerner Regierungsrats gefolgt, der im Auftrag des belgischen Königs Leopold II. die international heftig debattierten Zustände in dessen Privatkolonie Kongo untersuchte und sich nur zu einer sehr leisen Kritik durchringen konnte. Trotzdem bildet das Album den Kern einer Geschichte von rassistischer Überheblichkeit, Gewalt und Ausbeutung, die selbst in der blutigen Kolonisierung Afrikas ihresgleichen sucht.

Mein Beitrag ist erschienen im Sammelband Afrika im Blick. Afrikabilder im deutschsprachigen Europa 1870-1970, herausgegeben vom Manuel Menrath. Das Buch finden Sie hier: https://www.chronos-verlag.ch/node/20693?

Den ganzen Text meines Beitrags finden sie hier: https://www.academia.edu/4224142/Andenken_Abenteuer_Anklage._Gedanken_zu_einem_Fotoalbum_aus_dem_Kongo_1904_05

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Zwischen den Seen

Ein Hügelzug trennt die beiden Gemeindeteile von Küssnacht im Kanton Schwyz voneinander: das Dorf Küssnacht liegt am Vierwaldstättersee, das Dorf Immensee am Zugersee. Zwei Schiffsstationen, zwei Bahnhöfe, beiden gemeinsam aber die imposante Flanke der Rigi, die alles überragt.

Im Auftrag der Gemeinde Küssnacht entstand das Buch „3 Orte, 2 Seen, 1 Berg – Bezirk Küssnacht“ unter der Leitung von Michael van Orsouw. Es wurde von der Gemeinde 2008 veröffentlicht.

Das attraktiv gestaltete Buch ist bei der Gemeinde Küssnacht SZ erhältlich.

Diese originell gegliederte Gemeindegeschichte erzählt nicht einfach eine lineare Herkunft von Politik und Gesellschaft. Vielmehr begibt sie sich an 15 verschiedene Orte im Hier und Heute, um dort in die Tiefe zu bohren und danach zu fragen, welche historischen Erfahrungen sich an diesem speziellen Platz gesammelt und ihn mit Bedeutung aufgeladen haben.

Ich durfte vier Orte in Küssnacht besuchen und die entsprechenden Beiträge verfassen. Es sind:

Schule, Mission und Geschäfte – über die Missionsgesellschaft Immensee am oberen Ende der Hohlen Gasse.

Vom Allmendland zur Grosssägerei – über den Umgang mit dem Wald und die Sägerei der Firma Schilliger AG im Weiler Haltikon.

Auftaktbild Zum Vergnügen auf die Alp.

Zum Vergnügen auf die Alp – über die Alpnutzung und deren Ablösung durch den Tourismus.

Kreuzung internationaler Verbindungen – über den Fernverkehr, der sich schon lange vor dem Bau der Gotthardlinie durch Immensee bewegte.

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Planung und Bau der Gotthardbahn

Man mag den Gotthard heute als die logische Route für eine alpenquerende Eisenbahnlinie ansehen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war dies keineswegs der Fall. Harte politische Auseinandersetzungen gingen der konkreten Umsetzung voraus. Diese war begleitet von Schwierigkeiten der Finanzierung, menschenunwürdigen Unterkünften für die Arbeiter und dutzenden von Unfallopfern. Nachdem der Tunnel und mit ihm die gesamte Strecke im Mai 1882 feierlich eröffnet worden waren, verkürzte die neue Alpenbahn die Reise zwischen Nord- und Südeuropa auf Stunden, wo zuvor in Tagen zu rechnen war. Die Entwicklung des Schweizer Eisenbahnnetzes erreichte mit dem Bau und der Eröffnung der Gotthardbahn ihren vorläufigen Höhepunkt.

Mein Beitrag zu diesem Thema erschien unter dem Titel Der Durchlass im Alpenwall: Planung und Bau. 1860er-Jahre bis 1882 im Buch von ViaStoria und Kilian T. Elsasser (Hg.) Der direkte Weg in den Süden. Die Geschichte der Gotthardbahn. Zürich, 2007

Cover des genannten Buches.

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Louis Favre und der Gotthardtunnel

Im Zuge meiner Arbeit für die Eisenbahn-Ausstellung im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern entstand ein Porträt des Ingenieurs Louis Favre, der mit seiner Baufirma ab 1872 den alten Eisenbahntunnel durch den Gotthard erbaute. Die Persönlichkeit Favres wird eingezeichnet in die wirtschaftlichen und politischen Zeitumstände. Die Verletzlichkeit der damaligen Schweiz liess es als beinahe zwingend erscheinen, dass Wissen und Kapital aus der Romandie in das gewaltige, Norden und Süden durch die Deutschschweiz und das Tessin verbindende Vorhaben eingebunden wird. „Wenn es Louis Favre, den Genfer Helden am Gotthard nicht gegeben hätte, man hätte ihn erfinden müssen.“

Merin Beitrag „Der Gotthard hat sein Haar gebleicht“. Legenden und Wahrheiten um Louis Favre findet sich auf den Seiten 181 – 190 des unten abgebildeten Buches.

Verkehrshaus der Schweiz (Hg.), Kohle, Strom und Schienen. Die Eisenbahn erobert die Schweiz. Katalog zur Ausstellung „Schienenverkehr“ im Verkehrshaus der Schweiz. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 1997
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Die 1920er-Jahre in der Innerschweiz

Die Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Beginn der Nazi-Herrschaft in Deutschland galt auch in den inneren Regionen der Schweiz als „Goldene 20er-Jahre“ – wenn auch mit Schattenseiten. Das Buch, von Michael van Orsouw konzipiert und von mir und ihm geschrieben, wirft einen vertieften Blick auf die Spannungen zwischen Reaktion und Avantgarde, zwischen Armut und Reichtum, zwischen Rückständigkeit und blindem Technikglauben in den Kantonen rund um Vierwaldstätter- und Zugersee. Die zwölf Jahreskapitel von 1919 bis 1930 sind jeweils einem bestimmenden Thema gewidmet und mit Zeitzeugen-Interviews sowie einer Tabelle der wichtigsten Ereignisse ergänzt.

Michael van Orsouw, Lukas Vogel, Goldglanz und Schatten. Die Innerschweiz in den 1920er-Jahren. Luzern 2005

Von mir stammen folgende Kapitel:

1923 – der Traum vom Fliegen und die Realität. Über die Wandlung der Fliegerei vom Schaugeschäft zum Verkehrsmittel.

1927 – Das „Schandbad“ und das Strandbad. Über die neue Freizeitgestaltung unter dem Eindruck eines stetigen wirtschaftlichen Aufschwungs.

1928 – Die Enge und die „Columbus“. Über den in den ländlichen Gegenden anhaltenden Druck zur Auswanderung.